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Clara von Krüger

Lernen Sie die Gründerin des Waisenhauses kennen

Clara Vohwinkel kam am 08. Februar 1871 in Gelsenkirchen zur Welt. Ihr Vater Friedrich war Fabrikant. Der Herkunft nach zwar bürgerlich, jedoch gehörte er zum sogenannten „Geldadel“ des Ruhrgebiets.

Im Juni 1883 kaufte Friedrich Vohwinkel Schloss Eller bei Düsseldorf – eine über 550 Jahre alte Wasserburg – dies dokumentierte nicht nur seinen Reichtum, sondern bedeutete zugleich den Umzug in ein standesgemäßes, repräsentables Ambiente.

Bei großen Jagdgesellschaften und Empfängen, die auf Schloss Eller ausgerichtet wurden, war die Anwesenheit von Clara unverzichtbar und es galt, kaum dass das heiratsfähige Alter erreicht war, eine vorteilhafte Partie zu machen. Aufgrund der üppigen Mitgift waren ihre Aussichten alles andere als schlecht. Dass sie dereinst, wie von den Eltern erhofft, in den (verarmten) Adel einheiraten würde, schien nicht unrealistisch. Die Rechnung ging auf, als der elf Jahre ältere Geheimrat Hermann von Krüger, die damals noch minderjährige Clara zum Altar führte. Er war zwar „nur“ ein Freiherr, aber immerhin.

Die beiden fanden jedoch keine gemeinsame Basis und man trennte sich, noch vor ihrem zwanzigsten Geburtstag, zumindest räumlich voneinander. Auf dem Papier blieb die Ehe bis zum Tode Hermanns, der am 02. April 1940 nach längerer Krankheit in Eller starb, bestehen. Dass die Ehe von Clara und Hermann kinderlos blieb, mag den eigentlichen Anstoß für die Richtung gegeben haben, in der sich Freifrau von Krüger schließlich engagierte. Sie widmete sich „Fürsorgezöglingen“, nahm sie als Pflegekinder an und sorgte für ihre Erziehung und Ausbildung.

Die Mädchen wuchsen in Eller auf  und die Jungen fanden in Wermelskirchen-Süppelbach ein neues Zuhause. Dort kaufte Frau von Krüger zwei Höfe von zwei verfeindeten Bauern auf. Zwischen 1911 und 1914 ließ sie dort nicht nur das Kinderheim, sondern mehrere Häuser und Unterkünfte für Gärtner, den Vermögensverwalter, den Chauffeur sowie für die Erzieherinnen errichten. Alle Pflegekinder wurden „streng und bescheiden“ erzogen.

Die Persönlichkeit der Clara von Krüger zu ergründen, die vor dem 1. Weltkrieg nach Süppelbach kam und bis zu ihrem Tod am 18. Februar 1954 dort lebte, ist nicht leicht.

Für die Süppelbacher, die nicht in ihren Diensten standen, ist sie zu Lebzeiten eine geheimnisvolle Fremde geblieben, die sich stets hinter den Mauern ihrer herrschaftlichen Villa verschanzte.

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